Barcamp Köln 2014

Vom 23. bis 24.08.2014 fand in Köln ein Barcamp statt. Etwa 200 Gründer, Blogger, Programmierer und Menschen aus den Bereichen PR und Kommunikation kamen in Köln zusammen, um sich zwei Tage lang, in Vorträgen und Diskusssionsrunden über Ihre Arbeit auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Mit meiner Kollegin Britta Kretschmer war ich für Gründerportraits dabei. 

Ein Barcamp ist eine ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. Barcamps dienen dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion. Diese recht junge Form der Konferenz gibt es seit circa 2005, entstanden ist sie in USA.

Verlauf am Samstag und besuchte Sessions

Angekommen im Gebäude des hervorragenden Gastgebers QSC (Bilder auf flickr) traf ich Bekannte aus der Kölner Szene. Nach einem kurzen Plausch begann die offizielle Begrüßung durch das Orga-Team bestehend aus Stefan Evertz (@hirnrinde), Brigitte Glatzel (@itbibi), Anne Kraemer (@annekraemer), Christine Berding (@MissKenzita), Sonja Theile-Ochel (@rheinda) und Mona Szyperski (@mo_szy) und es folgte die obligatorische Vorstellungsrunde der Teilnehmenden mit Twittername und Hashtag.

Bei den etwa 200 Teilnehmern ging dies erstaunlich flott über die Bühne. Im direkten Anschluss stellten all jene, die eine Idee für eine Session mitgebracht hatten, diese dem Publikum vor. War das Interesse des Publikums groß genug, schafften die Vorschläge es auf die Pinnwand. So konnten sich alle schnell einen Überblick über die vielfältigen Themen verschaffen und je nach Interessenslage einen eigenen Stundenplan erstellen.

Britta und ich hatten uns für eine Session von Lars Hahn (@derlarshahn) entschieden: Hier gab es Informationen zum Thema Bildungsangebote sowohl aus der Sicht der Teilnehmer als auch des Veranstalters.

Nach einer Mittagspause ging es mit einer Session von Katti (@katti) weiter: Hinfallen, Aufrichten, Krönchen richten. Die  Teilnehmer diskutierten über Jobs, Kündigungen und den Erkenntnisgewinn aus diesen Erfahrungen: Wo sehe ich meine Stärken, wo will ich hin, in welcher Position und mit welchen Aufgaben im Beruf fühle ich mich wohl und wie verändert die Erfahrung meine Sicht auf den Job?

Um 15 Uhr fing die Session von Sascha (@hirnrinde) und Katja Evertz (@katjazwitschert)  an. Das Thema: “How to educate your Boss?“. Wie kommuniziere ich mit dem Chef? Wir diskutierten in der Gruppe Probleme und mögliche Lösungswege, die Katja auf einem Flipchart notierte.

Pageflow hieß meine nächste Session: Die Software ist ein Content-Management-System das darauf ausgelegt ist, Geschichten und Reportagen um Multimedia Elemente anzureichern (“Multimedia-Storytelling“), vorgestellt wurde die Applikation von Michael Stein (@pixelkurier). Das Einbinden von Video-Loops, längeren Videosequenzen, Audio und Bildergalerien ist möglich und wird optisch ansprechend dargestellt.

Zum guten Schluss stellt Thomas Boley (@tboley) noch den Dienst Evernote vor. Evernote ist ein virtueller Zettelkasten, mit dem sich Websites, Notizen, E-Mails und weitere Informationen an einem Ort der Wahl abspeichern lassen. Nutzer können die gesammelten Daten verschlagworten (“taggen”) und dann auf Laptop, Smartphone und Tablet über sie verfügen. Hinzu kommen Möglichkeiten wie Erinnerungs-E-Mails und Suchfunktionen.

Der erste Tag verging wie Flug: Zwischen den einzelnen Sessions gab es kurze Kaffeepausen und natürlich die Gelegenheit neue Kontakte zu knüpfen oder sich in kleinem Kreis über Ideen auszutauschen.

Der Sonntag auf dem barcampkoeln

Der Sonntag begann mit einer Session unter dem Stichwort UBERfication. UBER ist ein amerikanische Dienst mit folgender Idee: Privatpersonen können Ihren Pkw als Taxi anbieten. Angebot und Nachfrage sowie die Vermittlung werden gesteuert über eine App. Die Idee wirft gerade in Deutschland etliche rechtliche Fragen auf. Taxi-Unternehmen sind verständlicherweise nicht begeistert. Die UBERfication in diesem Bereich stellt aber sicherlich nur die Spitze des Eisbergs dar: Schnell kam die Gruppe auch auf weitere Bereiche der UBERfication zu sprechen, zum Beispiel den Carsharing-Markt.

Mit Tobias (@tobcast) und weiteren Teilnehmern unterhielten Britta und ich uns danach über Unternehmensgründung in Deutschland und die damit verbundenen Hürden. Tobias hat mit seinem Geschäftspartner aus Frankfurt eine Webapplikation für Bewerber geschrieben. Das virtuelle Büro ist in Frankfurt angesiedelt, Tobias wohnt jedoch in Neuss. Da wußten Gewerbe- und Finanzamt nicht so recht, wo sie die Firma einordnen sollten. Nach einigen Hin- und Her einigte man sich. Nun folgt die Phase, in der sie neue Mitarbeiter in fast allen Bereichen brauchen, sich jedoch teure Spezialisten nicht leisten können. Wie findet man trotzdem gute Mitarbeiter? Was kann die Firma ihnen bieten und wie können sie sich dabei von der Konkurrenz unterscheiden?

Danach besucht ich die Session von Norbert Diedrich (@nordbergh) und Mike Schnoor (@mikeschnoor) zum Thema Blogger Relations. Wie nehme ich Kontakt zu Bloggern auf, wie kann ich sie für ein Thema begeistern? Das waren die Fragen, zu denen die beiden den Teilnehmenden Tipps aus der Praxis gaben.

Weiter ging es mit Newsaggregatoren. Wie schaffe ich es, mit Online-Tools verschiedene RSS-Feeds zu bündeln und die Links zu interessanten Artikeln auf einem Twitter-Kanal auszugeben? Zu dieser Frage zeigt Ralf Simon(@rasibo) Möglichkeiten auf und stellt mit konkreten Lösungen dar, was er umgesetzt hat. Dazu gab es eine Diskussion über Link-Verkürzer und deren Einsatz.

Es folgte eine Session unter dem Titel “PR ohne Geld” von Katja Evertz und Alen Donko (@ADjonko). Wie schaffe ich es, als Firma oder Institution mit geringem oder keinem Einsatz von Geld die Öffentlichkeit auf mein Angebot aufmerksam zu machen? Die Gruppe diskutierte lebhaft anhand eines konkreten Falls den Ist-Zustand und entwickelte konstruktive Ideen.

Abschluss-Session beim Barcamp Köln 2014

Abschluss-Session beim Barcamp Köln 2014

Die Abschlusssession endete mit viel Lob für die Veranstalter:Sie hatten es geschafft, die Teilnehmer zwei Tage lang bestens zu versorgen und einen Rahmen für viel Information, Diskussion und Austausch zu gestalten. Auch von mir ein herzliches Dankeschön für zwei interessante Tage!

barcamps sind gut für alle

Mein Fazit: es lohnt sich auf jedem Fall, einmal ein barcamp zu besuchen. Egal, wo man gerade im Leben steht, ob nun als Angestellter, Gründer oder Freiberufler, internetaffin oder nicht – es geht um Ideen, um den Austausch, die Diskussion und das Kennenlernen von Menschen. Ein Barcamp kann dafür ein wunderbarer Rahmen sein.

Links zum Thema barcamp:

Barcamp-Liste Deutschland/Österreich/Schweiz

Barcamp Köln

Bericht auf Gründerportraits

Bilder bei flickr

Tweets mit dem Hashtag #barcampkoeln

 Das Barcamp aus der Sicht von Cosy, dem Maskottchen von Gründerportraits